Die württembergischen Kirchengemeinden werden von gewähltem Kirchengemeinderat und Gemeindepfarrer gemeinsam geleitet (§ 16 Kirchengemeinderatsordnung, KGO). Die Wahlen finden alle sechs Jahre statt, übrigens gleichzeitig mit den badischen Kirchengemeinderatswahlen. Wählen darf, wer das 16. Lebensjahr vollendet hat – gewählt werden darf hingegen nur, wer bereits volljährig ist.


Gemäß § 12 Abs. 2 KGO kann der Kirchengemeinderat mit zwei Dritteln der Stimmen seiner Mitglieder bis zu vier weitere Mitglieder hinzuwählen. Allerdings darf die Zahl der Zugewählten nicht höher sein als ein Viertel der ursprünglich gewählten Mitglieder. Wenn Mitglieder hinzugewählt werden, sollen hierbei vorrangig Personen berücksichtigt werden, die in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Kirchengemeinde besondere Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse einbringen können.


Die Sitzungen des Kirchengemeinderats sind grundsätzlich öffentlich. Jedoch können auch nichtöffentliche Sitzungen abgehalten werden, deren Beschlüsse jedoch in der folgenden, öffentlichen Sitzung bekannt gegeben werden müssen.


Der Kirchengemeinderat dient also der Erfüllung der Aufgaben der Kirchengemeinde. Gemeinsam mit dem Pfarrer trägt er die Verantwortung für das Gemeindeleben und sorgt dafür, dass die Gemeinde ihre Aufgabe als Trägerin der Seelsorge wahrnehmen kann. Bei der Beschlussfassung und der anschließenden Umsetzung der gefassten Beschlüsse sollen die Anregungen, Sorgen, Wünsche und Beschwerden aus der Gemeinde berücksichtigt werden. Darüber hinaus soll der Kirchengemeinderat darauf hinwirken, dass die Aufgaben der Kirche und ihr Wirken in der Gesellschaft in enger Zusammenarbeit von Pfarrer und Gemeindegliedern gemeinsam getragen werden.


Weiterhin fördert der Kirchengemeinderat die Entfaltung der vielfältigen Begabungen und Berufungen der Gemeindemitglieder . Er bemüht sich um den Aufbau eines lebendigen sozialen und geistlichen Organismus der Gemeinde und unterstützt die Arbeit der verschiedenen Gruppen und Gemeinschaften in der Kirchengemeinde.